Gewichtszunahme in der Postmenopause: was jetzt hilft

08.01.2025
|
Lesezeit
ABC
Minuten

Gewichtsabnahme in und nach den Wechseljahren: warum es schwerer wird und was konkret hilft

Die Hitzewallungen sind seltener geworden. Der Zyklus ist seit über einem Jahr weg. Vieles ist ruhiger geworden. Nur eines nicht: das Gewicht. Und die Hose, die seit drei Jahren im Schrank hängt, passt immer noch nicht.

Wenn du das kennst, bist du in der Postmenopause angekommen, und du bist damit alles andere als allein. Viele Frauen erwarten, dass der Körper sich nach den Wechseljahren von selbst wieder beruhigt und die Kilos genauso von allein gehen, wie sie gekommen sind. Das passiert bei den meisten nicht. Die typischen Symptome lassen nach, das Gewicht bleibt.

Das liegt nicht an deiner Disziplin. Es liegt daran, dass sich in dieser Lebensphase etwas verändert hat, das eine Waage gar nicht anzeigen kann. Was genau, erklären wir hier. Und was du jetzt tun kannst, damit sich wieder etwas bewegt.

Kurz gesagt:
Von allein geht das Gewicht nach den Wechseljahren meist nicht weg. Aber der hormonelle Umbau hat ein Ende: Laut einer großen US-Langzeitstudie hören die schnellere Fettzunahme und der Muskelverlust etwa zwei Jahre nach der letzten Regelblutung auf.
Es wird schwerer, weil sich dein Körper verändert: weniger Muskulatur, mehr Fett am Bauch und ein geringerer Energieverbrauch in Ruhe. Mit fehlender Disziplin hat das nichts zu tun.
Am meisten hilft die Kombination: Eiweiß zu jeder Mahlzeit, Krafttraining zweimal pro Woche und mehr Bewegung im Alltag. Das Training hält deine Muskeln, die Ernährung bringt das Fett weg.
Hungern ist der falsche Weg: Wer nur weniger isst, verliert oft viel Muskulatur mit. Und auch nach vielen gescheiterten Diäten kannst du erfolgreich abnehmen.

Postmenopause: ab wann bist du eigentlich drin?

Die Wechseljahre sind keine einzelne Phase, sondern drei, und sie werden im Alltag oft durcheinandergeworfen. Deshalb kurz sortiert:

  • Perimenopause: Die Jahre vor der letzten Regelblutung, meist irgendwo zwischen 40 und 50. Der Zyklus wird unregelmäßig, die Hormone schwanken stark. Hier fangen bei den meisten Frauen die Hitzewallungen und die Stimmungsschwankungen an.
  • Menopause: Das ist kein Zeitraum, sondern ein einzelner Tag, nämlich der Tag deiner letzten Regelblutung. Festlegen kann man ihn erst rückblickend, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr gekommen ist.
  • Postmenopause: Alles, was danach kommt. Für den Rest deines Lebens.

Wichtig ist der Unterschied, weil sich in der Postmenopause die Ausgangslage tatsächlich verändert. Die Eierstöcke haben ihre Produktion der weiblichen Geschlechtshormone weitgehend eingestellt. Östrogen und Progesteron schwanken nicht mehr wild, sie sind einfach dauerhaft niedrig. Auch Testosteron geht mit den Jahren zurück.

Diese Hormone steuern weit mehr als den Zyklus. Sie haben Einfluss auf deinen Stoffwechsel, auf deine Muskulatur und darauf, wo dein Körper Fett speichert. Deshalb sind die Fragen zum Gewicht in der Peri- und Postmenopause auch so unterschiedlich: In der Perimenopause geht es meist darum, die Gewichtszunahme zu stoppen. In der Postmenopause geht es darum, das Zugenommene wieder loszuwerden.

Das ist der Grund, warum viele Beschwerden nachlassen. Und gleichzeitig der Grund, warum das Gewicht ein Thema bleibt.

Zeitstrahl der Wechseljahre mit den drei Abschnitten Perimenopause, Menopause und Postmenopause

Warum du in der Postmenopause zunimmst, obwohl die Beschwerden nachlassen

Sinkende Östrogenspiegel wirken auf mehr als nur den Zyklus. Diese hormonellen Veränderungen verändern, wie dein Körper Energie verwaltet:

  • Muskelabbau: Dein Körper hält Muskelmasse schlechter. Weniger Muskeln bedeuten einen niedrigeren Grundumsatz, weil Muskulatur auch in Ruhe Energie verbraucht.
  • Verschobene Fettverteilung: Die Fettverteilung im Körper ändert sich. Mehr Fett landet am Bauch, auch tief innen zwischen den Organen. In einer US-Studie, die Frauen vier Jahre lang begleitet hat, nahm dieses innere Bauchfett nur bei den Frauen zu, die in dieser Zeit in die Menopause kamen.
  • Gesunkener Bedarf: Dein Kalorienbedarf sinkt, ohne dass du davon etwas merkst. In derselben Studie sank der Energieverbrauch im Schlaf bei diesen Frauen stärker als bei Frauen, die ihre Regel noch hatten. Der Appetit sinkt nämlich nicht automatisch mit.

Dazu kommt etwas, das mit den Hormonen gar nichts zu tun hat: In der Lebensmitte bewegen sich viele Menschen weniger als mit 30. Weniger körperliche Aktivität, mehr Sitzen, mehr Verpflichtungen. In der Studie oben ging die Bewegung schon etwa zwei Jahre vor der Menopause zurück und blieb danach niedrig. Das summiert sich über Jahre.

Beides zusammen ergibt eine Rechnung, die niemand bewusst aufgemacht hat. Du isst wie immer, du bewegst dich gefühlt wie immer, und trotzdem verändert sich dein Körper. Das ist keine Einbildung und kein Willensproblem. Viele Frauen in den Wechseljahren beschreiben genau das, und in der Postmenopause hört es nicht schlagartig auf.

Wenn du dazu die ausführliche Erklärung suchst, warum du überhaupt zunehmen konntest, ohne mehr zu essen, findest du sie in unserem Beitrag zum Abnehmen in den Wechseljahren.

Frau Ende 50 steht morgens mit einer Kaffeetasse im Badezimmer und blickt nachdenklich zum Fenster

Nimmt man nach den Wechseljahren wieder ab?

Diese Frage wird sehr oft gegoogelt, und sie verdient eine ehrliche Antwort statt einer beschönigenden.

Von allein nimmst du nach den Wechseljahren nicht wieder ab. Es gibt keinen Punkt, an dem der Körper zurückspringt und das Gewicht der Vergangenheit von selbst zurückholt. Eine Gewichtsabnahme in der Postmenopause ist möglich, sie stellt sich aber nicht als Selbstläufer ein.

Aber, und das ist die eigentlich wichtige Nachricht: Der hormonelle Gegenwind hört auf. Und das ist mehr wert, als es zunächst klingt.

Die SWAN-Studie aus den USA hat 1.246 Frauen über rund 15 Jahre begleitet und dabei nicht nur gewogen, sondern mit einer speziellen Röntgenmessung die Körperzusammensetzung erfasst. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Fettzunahme verdoppelt sich in dieser Zeit ungefähr. Diese beschleunigte Fettzunahme und der Verlust an Muskelmasse setzen etwa zwei Jahre vor der letzten Regelblutung ein und enden etwa zwei Jahre danach. In der Postmenopause verlaufen beide Kurven dann flach, es kommt also kein zusätzliches Fett mehr dazu und es geht keine zusätzliche Muskulatur mehr verloren, jedenfalls nicht durch die Hormonumstellung.

Übersetzt heißt das: Der schwierigste Abschnitt liegt hinter dir. Ab jetzt arbeitet dein Körper nicht mehr gegen dich, er arbeitet nur nicht mehr automatisch für dich. Was du tust, zählt wieder. Und das ist für die Gewichtskontrolle eine bessere Ausgangslage, als die meisten Frauen vermuten.

Frau um die 60 in Sportkleidung sitzt auf der Couchkante und schaut abwägend zur Seite

Warum der Bauch zunimmt, obwohl das Gewicht gleich bleibt

Es gibt eine Beobachtung aus derselben Untersuchung, die viele Frauen erleichtert, weil sie endlich erklärt, was sie im Spiegel sehen.

Das Gesamtgewicht auf der Waage steigt in dieser Lebensphase gleichmäßig an, ohne einen sichtbaren Sprung zum Beginn der Wechseljahre. Unter der Haut passiert aber etwas ganz anderes: Fett kommt dazu und Muskulatur geht weg, und beides gleicht sich auf der Waage gegenseitig aus.

Deshalb kann es sein, dass du dein Gewicht hältst und dein Körper sich trotzdem verändert. Die Zahl bleibt stehen, der Bauchumfang wächst, die Kleidung sitzt anders. Du hast dir das nicht eingebildet, die Waage ist nur das falsche Messgerät für diese Frage.

Praktisch heißt das: Nimm dir zusätzlich ein Maßband. Der Taillenumfang sagt dir in der Postmenopause mehr über deinen Fortschritt als jede Nachkommastelle auf der Waage.

Grafik vergleicht die Fettverteilung vor den Wechseljahren an Hüfte und Oberschenkeln mit der Verlagerung zum Bauch nach der Menopause

Was hilft gegen Bauchfett nach den Wechseljahren?

Das Bauchfett ist der Punkt, der die meisten Frauen am stärksten stört. Es ist zugleich das gesundheitlich wichtigste Fett, weil in dieser Phase vor allem das viszerale Fett zwischen den Organen zunimmt, nicht nur das weiche Fett direkt unter der Haut. Und es ist auch der Punkt, an dem sich am meisten bewegen lässt, wenn man an den richtigen Stellen ansetzt:

  • Krafttraining, zweimal pro Woche. Der wichtigste Hebel, um deine Muskulatur zu halten. Nicht Bauchübungen, sondern die großen Muskelgruppen. Das Fett selbst geht vor allem über die Ernährung und die Bewegung im Alltag.
  • Eiweiß zu jeder Mahlzeit. Ohne ausreichend Protein nützt das beste Training wenig, weil dem Körper das Baumaterial fehlt, um Muskelmasse zu erhalten.
  • Zwei Handvoll Gemüse zu jeder Hauptmahlzeit. Die Ballaststoffe halten den Blutzucker ruhiger und damit auch den Appetit.
  • Alltagsbewegung. Der Weg zum Bäcker, die Treppe statt des Aufzugs, das Telefonat im Gehen. Sich über den Tag verteilt mehr zu bewegen summiert sich stärker als eine einzelne Sporteinheit pro Woche.
  • Schlaf. Wer zu kurz schläft, isst am nächsten Tag im Schnitt mehr.

Sport und Bewegung wirken dabei nicht nur über den Verbrauch. Sie sind auch das, was deinem Körper das Signal gibt, Muskulatur zu behalten. Genau darin liegt ihr Einfluss auf das Gewicht, weit über die verbrannten Kalorien der jeweiligen Einheit hinaus.

Was dagegen wenig bringt: noch weniger essen. Eine Auswertung von 52 Studien mit Erwachsenen ab etwa 50 Jahren zeigt: Wer nur über weniger Essen abnimmt, verliert häufig auch viel Muskulatur. Kam Training dazu, passierte das deutlich seltener. Fehlt Muskulatur, senkt sich der Grundumsatz weiter. Das ist genau der Kreislauf, aus dem viele Frauen jahrelang nicht herauskommen. Ohne Diät zu arbeiten ist nach den Wechseljahren deshalb kein Verzicht auf Ergebnisse, sondern die realistischere Strategie.

Wenn sich dein Bauch vor allem prall und aufgebläht anfühlt, weniger weich und fettig, dann lohnt sich unser Beitrag zum Hormonbauch. Das ist ein anderes Phänomen mit anderen Lösungen.

Frau um die 60 misst sich in der Küche mit einem Maßband den Taillenumfang
Erkennst du dich in diesen Punkten wieder?
Dann buche dir jetzt dein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch bei Körperverwandlung, und wir schauen gemeinsam, was in deinem Alltag realistisch möglich ist.

➡️ Hier klicken! ⬅️

Welche Ernährung nach den Wechseljahren wirklich passt

Die richtige Ernährung in der Postmenopause ist keine Diät. Sie ist eine Anpassung an einen Körper, der andere Prioritäten hat als mit 35. Vier Punkte machen den Unterschied.

Teller von oben mit gebratenem Lachs, Quark, Linsen, buntem Gemüse und Walnüssen

1. Eiweiß zuerst, und zwar bei jeder Mahlzeit

Das ist der wichtigste Punkt, und der, den die meisten Frauen unterschätzen. Protein hält deine Muskulatur, und der Erhalt der Muskelmasse ist in dieser Lebensphase das, woran du nicht sparen darfst.

Der Nährstoffbedarf verschiebt sich mit dem Alter. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Referenzwert für Erwachsene bis 65 Jahre 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren 1,0 Gramm, wobei die DGE diesen zweiten Wert ausdrücklich als Schätzwert bezeichnet. Das ist mehr, als viele Frauen tatsächlich essen, gerade wenn das Frühstück klein ausfällt. Wie du deinen eigenen Bedarf ausrechnest, zeigen wir dir im Beitrag Wie viel Eiweiß am Tag zum Abnehmen als Frau?

Gute Quellen: Quark, Skyr und andere Milchprodukte, Eier, Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte und Tofu. Auch Nüsse liefern Eiweiß, wenn auch weniger als die genannten Lebensmittel. Wichtig ist die Verteilung über den Tag. Ein eiweißarmes Frühstück und abends ein großer Eiweißberg wirken schlechter als drei ausgewogene Mahlzeiten.

Ganz konkret: Wenn dein Frühstück bisher aus Kaffee und einem Brötchen bestand, ist der Wechsel zu Quark mit Beeren, dazu Nüsse und Samen, eine einfache Änderung, die viel bewirken kann. Eiweiß und Ballaststoffe in einer Mahlzeit sind eine Kombination, die viele Frauen besonders gut satt hält.

Frühstück mit einer Schale Skyr, Beeren und Nüssen auf einem Küchentisch

2. Ballaststoffe und Gemüse als Grundgerüst

Zwei Handvoll Gemüse zu jeder Hauptmahlzeit, dazu Vollkornprodukte statt Weißmehl. Das klingt banal, wirkt aber auf mehreren Ebenen: Der Blutzucker bleibt ruhiger, der Heißhunger am Nachmittag wird schwächer, und die Verdauung kommt bei vielen Frauen besser in Gang.

3. Kohlenhydrate anpassen, nicht streichen

Sehr viele Frauen streichen nach den Wechseljahren die Kohlenhydrate komplett. Das funktioniert meistens ein paar Wochen und endet dann in Erschöpfung oder in einem Abend, an dem plötzlich das ganze Brot verschwindet.

Sinnvoller ist, die Menge an deinen Tag anzupassen. An einem Tag mit Krafttraining und einem langen Spaziergang brauchst du mehr als an einem Tag am Schreibtisch. Und die Qualität zählt: Kartoffeln, Vollkornreis und Hülsenfrüchte machen etwas anderes mit dir als Croissant und Keks.

4. Nicht zu wenig essen

Das klingt nach dem Gegenteil dessen, was man beim Abnehmen erwartet, ist in dieser Lebensphase aber entscheidend. Wer dauerhaft deutlich unter seinem Bedarf isst, verliert Muskulatur, friert leichter, schläft schlechter und wird auf Dauer nicht schlanker, sondern nur erschöpfter.

Wenn du unsicher bist, wie viel für dich passt, lass deinen Kalorienbedarf einmal fachlich einschätzen, statt ihn zu raten.

Krafttraining in der Postmenopause: der wichtigste Hebel

Wenn du aus diesem ganzen Beitrag nur eine Sache mitnehmen willst, dann diese: Krafttraining gehört in der Postmenopause genauso fest dazu wie die Ernährung.

Der Grund ist einfach. Du hast in den Jahren um die Menopause herum Muskulatur verloren. Diese Muskulatur kommt nicht von selbst zurück, sie muss zurückgeholt werden. Und mehr Muskulatur ist einer der wenigen Wege, deinen Grundumsatz wieder etwas anzuheben.

Dass das auch nach den Wechseljahren noch klappt, zeigt eine Auswertung von 26 Studien mit 745 Frauen zwischen 50 und 80 Jahren: Mit Krafttraining nahm ihre Muskelmasse zu, die Programme dauerten im Schnitt etwa 16 Wochen. Das Körperfett veränderte sich durch das Training allein dagegen kaum. Genau deshalb gehören Training und Ernährung zusammen.

Zweimal pro Woche reicht als Einstieg. Es muss kein Fitnessstudio sein, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, ein paar Kurzhanteln oder Widerstandsbänder zu Hause funktionieren genauso, wenn sie regelmäßig stattfinden und mit der Zeit fordernder werden. Einen Plan für die erste Woche findest du in unserem Beitrag Krafttraining für Frauen ab 40.

Der schönste Nebeneffekt kommt meist zuerst und hat nichts mit der Waage zu tun: mehr Energie im Alltag. Viele Frauen merken nach ein paar Wochen, dass sie abends nicht mehr so leer sind, lange bevor sich auf der Waage etwas tut.

Die Sorge, davon „zu muskulös" zu werden, dürfen wir dir nehmen. Was tatsächlich passiert, ist, dass der Körper fester wird und der Alltag leichter: Einkaufstüten, Treppen, das Enkelkind auf dem Arm.

Frau Anfang 60 trainiert mit zwei leichten Kurzhanteln im eigenen Wohnzimmer

Dazu kommt ein Aspekt, der über das Gewicht hinausgeht. Nach der Menopause steigt das Risiko für Osteoporose, weil Östrogen auch die Knochen mitgeschützt hat. Krafttraining setzt einen Reiz, auf den Knochen reagieren. Ob bei dir eine Knochendichtemessung sinnvoll ist, besprichst du am besten mit deiner Ärztin.

Frau um die 65 geht mit einer Einkaufstasche aufrecht eine Außentreppe hinunter

Schlaf und Stress: die beiden unterschätzten Faktoren

Viele Frauen arbeiten in der Postmenopause an Ernährung und Bewegung und wundern sich, dass trotzdem nichts passiert. Häufig liegt es an den beiden Punkten, über die niemand spricht.

Schlaf: Auch wenn die nächtlichen Schweißausbrüche seltener geworden sind, schlafen viele Frauen nach den Wechseljahren schlechter als früher. Nach zu kurzen Nächten essen Menschen im Schnitt mehr. Eine Auswertung von Schlafstudien kam auf rund 385 Kalorien pro Tag mehr, vor allem durch mehr Fettreiches, während der Verbrauch gleich blieb. Wer an dieser Stelle etwas verbessert, verbessert oft auch das Essverhalten, ohne bewusst etwas am Essen zu ändern. Hilfreich sind feste Zeiten, ein dunkles und kühles Zimmer und Koffein und Alkohol nicht mehr am späten Nachmittag oder Abend.

Stress: Dauerbelastung hält den Cortisolspiegel oben, und das kann genau die Fetteinlagerung am Bauch begünstigen, die sie loswerden wollen. Wie dieser Kreislauf funktioniert und wie man ihn durchbricht, haben wir ausführlich aufgeschrieben: Cortisol senken und Bauchfett in den Wechseljahren loswerden.

Frau um die 60 sitzt abends bei Nachttischlampenlicht auf der Bettkante und legt ein Buch weg

Hilft eine Hormontherapie beim Abnehmen nach den Wechseljahren?

Diese Frage kommt fast immer, deshalb kurz und klar: Eine Hormonersatztherapie ist kein Abnehmmittel. Sie wird eingesetzt, um ausgeprägte Wechseljahresbeschwerden zu lindern, nicht um Gewicht zu reduzieren.

Ob eine Therapie für dich infrage kommt, gehört in die Hand deiner Frauenärztin oder deines Frauenarztes. Von einer Einnahme von Hormonen oder frei verkäuflichen Präparaten ohne ärztliche Abklärung raten wir grundsätzlich ab. Wir beraten zu Ernährung und Alltag, nicht zu Medikamenten.

Die ausführliche Einordnung, auch zu dem umgekehrten Mythos, dass Hormone automatisch dick machen, steht in unserem Beitrag zum Abnehmen in den Wechseljahren.

Was du von anderen Frauen lernen kannst

Beate S.: 15 Kilo weniger mit fast 62

Beate war 16 oder 17, als sie ihre erste Diät machte. Danach ging es jahrzehntelang auf und ab, und am Ende stand jedes Mal mehr auf der Waage als vorher. Sie hatte das Gefühl, wenig zu essen und trotzdem zuzunehmen. Mit über 60 war sie sich sicher: Nach den Wechseljahren geht nichts mehr.

Sie hat es trotzdem noch einmal versucht. In fünf Monaten ging ihr Gewicht von 92 auf 77 Kilo, also 15 Kilo weniger. Sie beschreibt diese Zeit als erstaunlich unspektakulär: ohne Hunger, ohne Heißhunger, immer satt. Eine einzige Ausnahme brauchte sie in diesen Monaten nicht, weil sie mit ihrem Plan zufrieden war. Auch Sport ließ sich in ihren Alltag einbauen. Heute sagt sie, sie fühle sich wie ein neuer Mensch und gehe selbstbewusster durch den Tag.

Ihre ganze Geschichte liest du hier: Beates Weg zu 15 Kilo weniger.

Dass ein langes Auf und Ab kein Hindernis sein muss, zeigt auch die Forschung. In einer Studie mit 439 Frauen nach den Wechseljahren haben Frauen mit vielen gescheiterten Diäten genauso gut bei einem Abnehmprogramm mitgemacht und genauso davon profitiert wie Frauen ohne diese Vorgeschichte. Mehr dazu, worauf es ab 60 ankommt, findest du in unserem Beitrag Abnehmen ab 60: Was Frauen wirklich hilft.

Nikki: 10 Kilo weniger mit 57

Es hilft zu sehen, dass es geht. Nikki war 57, als sie zehn Kilo verloren hat, ohne Kohlenhydrate zu streichen. Ihre Geschichte findest du hier: Trotz Wechseljahre abnehmen, so hat Nikki es geschafft.

Was solche Wege gemeinsam haben, ist selten spektakulär: eine Struktur, die in den Alltag passt, genug Eiweiß, regelmäßiges Krafttraining und jemand, der mitschaut, wenn es hakt.

„Nach den Wechseljahren geht es nicht mehr darum, den Körper von früher zurückzuholen. Es geht darum, den von heute stark zu machen."
Andreas Kotte, Gründer von Körperverwandlung

Aus meiner Praxis: was nach den Wechseljahren den Unterschied macht

Ich bin Andreas Kotte und habe Körperverwandlung gegründet. Seit 2010 helfe ich Frauen beim Abnehmen. Inzwischen habe ich über 1.000 Frauen begleitet, viele davon in und nach den Wechseljahren. Den Satz „Nach den Wechseljahren geht nichts mehr“ höre ich sehr oft. Und genau wie bei Beate stimmt er meistens nicht.

Was ich immer wieder sehe: Die Frauen, bei denen es klappt, essen nicht einfach weniger. Sie essen anders, bauen Kraft auf und machen daraus etwas, das in ihren Alltag passt. Deshalb arbeiten wir mit vier Bausteinen:

  • Fundament: eine Ernährung, in der auch deine Lieblingsgerichte Platz haben, mit genug Eiweiß und Gemüse.
  • Routine: feste Abläufe, damit Abnehmen so normal wird wie Zähneputzen und nicht jeden Tag Disziplin kostet.
  • Individualität: Nur was zu dir und deinem Alltag passt, hältst du auch durch. Du entscheidest mit, was auf deinen Plan kommt.
  • Mindset: nicht nur die Frage „Was muss ich tun?“, sondern auch „Wer bin ich, wenn ich mein Ziel erreicht habe?“

Fazit: In der Postmenopause abnehmen ist möglich, aber nicht automatisch

Die Gewichtszunahme in der Postmenopause verschwindet nicht von selbst. Aber die Phase, in der dein Körper aktiv gegen dich gearbeitet hat, ist vorbei. Was jetzt zählt, sind die Dinge, die du beeinflussen kannst.

Die Kurzfassung:

  • Der hormonell bedingte Umbau endet etwa zwei Jahre nach der letzten Regelblutung
  • Von allein nimmst du danach nicht ab, aber der Gegenwind hört auf
  • Krafttraining zweimal pro Woche ist der wichtigste Hebel für deine Muskulatur
  • Eiweiß zu jeder Mahlzeit hält die Muskulatur, an der alles hängt
  • Nur weniger essen kostet in dieser Lebensphase oft Muskulatur
  • Auch nach vielen Diäten kannst du noch erfolgreich abnehmen
  • Miss den Taillenumfang, nicht nur das Gewicht

Wenn du wissen willst, warum das Abnehmen schon während der Wechseljahre so viel schwerer wurde, und was zur passenden Ernährung in den Wechseljahren gehört, findest du die ausführliche Erklärung in unserem Hauptbeitrag zum Abnehmen in den Wechseljahren. Dort geht es auch darum, wie sich die Gewichtszunahme stoppen lässt, solange die Umstellung noch läuft. Und wenn für dich weniger die Hormone als das Alter im Vordergrund steht, lies unseren Beitrag zu Bauchfett bei Frauen ab 50.

Bei Körperverwandlung schauen wir uns gemeinsam an, wo du gerade stehst und was in deinem Alltag realistisch machbar ist. Ohne Kalorienzählen, ohne Verbotslisten und ohne Plan von der Stange.

Frau um die 60 geht in Jacke und bequemen Schuhen gelöst durch einen Park
Du willst wissen, was bei dir jetzt konkret möglich ist?
Dann buche dir jetzt dein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch bei Körperverwandlung, und wir schauen gemeinsam, welcher Weg zu deinem Körper und deinem Alltag passt.

➡️ Hier kostenloses Erstgespräch buchen! ⬅️

Quellen

  • Greendale GA et al., 2019, Changes in body composition and weight during the menopause transition, JCI Insight, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30843880
  • Lovejoy JC et al., 2008, Increased visceral fat and decreased energy expenditure during the menopausal transition, International Journal of Obesity, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18332882
  • Weinheimer EM et al., 2010, A systematic review of the separate and combined effects of energy restriction and exercise on fat-free mass in middle-aged and older adults: implications for sarcopenic obesity, Nutrition Reviews, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20591106
  • Thomas E et al., 2021, The effect of resistance training programs on lean body mass in postmenopausal and elderly women: a meta-analysis of observational studies, Aging Clinical and Experimental Research, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33880736
  • Mason C et al., 2013, History of weight cycling does not impede future weight loss or metabolic improvements in postmenopausal women, Metabolism, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22898251
  • Al Khatib HK et al., 2017, The effects of partial sleep deprivation on energy balance: a systematic review and meta-analysis, European Journal of Clinical Nutrition, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27804960
Nimmt man nach den Wechseljahren wieder ab?

Von allein meist nicht, denn der Körper holt das alte Gewicht nicht von selbst zurück. Aber der hormonell bedingte Umbau endet etwa zwei Jahre nach der letzten Regelblutung. Danach arbeitet dein Körper nicht mehr gegen dich. Mit genug Eiweiß, Krafttraining und mehr Bewegung im Alltag ist eine Gewichtsabnahme wieder gut möglich.

Wie lange dauert die Gewichtszunahme in den Wechseljahren?

Laut der US-Langzeitstudie SWAN mit 1.246 Frauen nimmt das Körperfett etwa ab zwei Jahren vor der letzten Regelblutung schneller zu, gleichzeitig geht Muskelmasse verloren. Etwa zwei Jahre nach der letzten Regelblutung verlaufen beide Kurven wieder flach. Es ist also eine Phase mit Anfang und Ende, kein Dauerzustand.

Was hilft gegen Bauchfett nach den Wechseljahren?

Am meisten bringt die Kombination aus Eiweiß zu jeder Mahlzeit, viel Gemüse, Krafttraining zweimal pro Woche, Bewegung im Alltag und genug Schlaf. Das Krafttraining hält vor allem deine Muskulatur, das Fett geht über Ernährung und Bewegung. Bauchübungen allein verändern den Bauchumfang kaum. Hungern ist die falsche Antwort, weil dabei viel Muskulatur verloren gehen kann.

Welche Ernährung passt nach den Wechseljahren?

Keine Diät, sondern eine Anpassung: Eiweiß zu jeder Mahlzeit, Gemüse und Ballaststoffe als Grundgerüst, Kohlenhydrate an den Tag anpassen statt streichen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Referenzwert 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag bis 65 Jahre, ab 65 Jahren 1,0 Gramm. Iss dabei nicht dauerhaft zu wenig, sonst verliert dein Körper Muskulatur.

Warum nimmt mein Bauch zu, obwohl das Gewicht gleich bleibt?

Weil die Waage nur das Gesamtgewicht zeigt. In dieser Lebensphase kommt Fett dazu und Muskulatur geht weg, und beides gleicht sich auf der Waage teilweise aus. Ein Maßband am Taillenumfang sagt dir mehr über deinen Fortschritt als die Nachkommastelle auf der Waage.

Kann man mit 60 oder 65 noch abnehmen?

Ja, unsere Teilnehmerin Beate S. hat mit fast 62 in fünf Monaten 15 Kilo abgenommen, ohne zu hungern. Ab 60 werden Krafttraining und genug Eiweiß besonders wichtig, starke Kaloriendefizite schaden eher. Wie schnell es bei dir geht, hängt von deinem Ausgangspunkt, deinem Schlaf und deinem Alltag ab.

Teile diesen Beitrag
Über den Autor

Andreas Kotte

Gründer der Körperverwandlung

Hey, ich bin Andreas Kotte – der Gründer und Inhaber der Körperverwandlung. Seit über 15 Jahren helfe ich Frauen dabei, wieder zu einem Körper zu finden, in dem sie sich rundum wohlfühlen – und das ohne zu hungern, ohne Jo-Jo-Effekt und ganz ohne Frust.

Ich weiß genau, wie es ist, wenn man an dem Punkt steht, an dem man sich einfach nicht mehr im Spiegel anschauen will – aber auch nicht weiß, wie man da wieder rauskommt. Und genau deshalb habe ich die Körperverwandlung gegründet. Weil ich erlebt habe, wie sich alles verändern kann wenn man plötzlich versteht, wie einfach Abnehmen eigentlich sein kann.Heute helfe ich Frauen dabei, genau diesen Weg zu gehen: raus aus der Unzufriedenheit, rein in ein neues Körpergefühl.Willst du wissen, wie mein Weg aussah – und wie ich dich auf deinem begleiten kann? Dann klick dich gerne durch und erfahre mehr.

Mehr über Andreas

Weitere Beiträge

Nikki (57) vorher und nachher: 10 kg abgenommen trotz Wechseljahre
Andreas Kotte
Gründer der Körperverwandlung

Abnehmen in den Wechseljahren fällt vielen Frauen schwer. So hat Nikki (57) 10 kg verloren, ganz ohne radikale Diät.

Mehr lesen
Vier Teilnehmerinnen von Körperverwandlung im Vorher-Nachher-Vergleich unter der Schrift Abnehmen vorher nachher
Andreas Kotte
Gründer der Körperverwandlung

Du hast schon viel probiert und fragst dich, ob es für dich überhaupt klappen kann? Wir zeigen dir die echten Erfolgsgeschichten von Lena, Justine, Sabine und Cerstin: vier Frauen, vier Ausgangslagen, vier eigene Wege. Genau da setzen wir an.

Mehr lesen
Videovorschau des kostenlosen Wechseljahre-Videokurses von Körperverwandlung mit Teilnehmerin vorher und nachher
Andreas Kotte
Gründer der Körperverwandlung

Du isst nicht mehr als früher, bewegst dich vielleicht sogar mehr, und trotzdem wird der Bauch runder? Das liegt nicht an deiner Disziplin. Wir erklären dir, warum Abnehmen in den Wechseljahren anders funktioniert, und was dich in unserem kostenlosen Videokurs erwartet.

Mehr lesen
Frau um die 52 liest am Gartentisch beim Frühstück einen Laborbefund, daneben der Schriftzug Cholesterin zu hoch
Andreas Kotte
Gründer der Körperverwandlung

Dein Cholesterin ist gestiegen, obwohl du nichts anders isst als früher? In den Wechseljahren ist das kein Zufall, sondern Hormonsache. Genau da setzen wir an.

Mehr lesen
Wie viel Eiweiß am Tag zum Abnehmen als Frau?
Andreas Kotte
Gründer der Körperverwandlung

„Du musst mehr Eiweiß essen." Diesen Satz hast du überall gehört. Nur sagt dir niemand, wie viel genau, gerechnet auf dich, und woraus du diese Menge im Alltag zusammenbekommen sollst. Genau da setzen wir an.

Mehr lesen
Frau um die 62 liest im Supermarkt das Etikett einer Mineralwasserflasche, daneben der Schriftzug Osteoporose Ernährung
Andreas Kotte
Gründer der Körperverwandlung

Der Befund sagt Osteoporose, und im Kopf beginnt sofort die Suche nach dem eigenen Fehler. Zu wenig Milch, zu viel Kaffee, zu spät angefangen. Nichts davon stimmt. Genau da setzen wir an.

Mehr lesen

Lad dir jetzt unser Kochbuch für 0€ herunter

Hol dir jetzt dein kostenloses Kochbuch und starte mit unseren beliebtesten Abnehmrezepten in deinen neuen Alltag. Gesund essen, satt werden, wohlfühlen – ganz ohne komplizierte Diäten. Unsere Kundinnen lieben diese Rezepte!